Ich spiele, also bin ich! Gamification als Trendthema.

Zum Leben gehört das Spielen. Ohne Spiele hätten wir als Kinder nicht unsere Grenzen ausloten, unseren Charakter bilden oder die Welt erkunden können. Wir spielen seit wir denken können und auch als Erwachsene unterliegen wir unserem natürlichen Spieltrieb.  Dieses Potential haben einige Unternehmen entdeckt und setzen Gamification in einem Game-Based-Marketing-Konzept ein. Doch was bedeutet eigentlich Gamification? Was bringt das für die Unternehmen und wie funktioniert das?

Laut Markus Breuer, dem Gründer des Blogs „intelligentgamification“  ist Gamification

die Verwendung von spieltypischen Mechaniken außerhalb reiner Spiele, mit dem Ziel, das Verhalten von Menschen zu beeinflussen.

Ziel ist es mehr User auf eine Homepageseite oder Facebookseite zu locken, diese zu motivieren und die Kommunikation mit ihnen zu vertiefen. Im Grunde sollen durch spielerische Mechaniken der Ehrgeiz der Nutzer aktiviert werden um auf ein Produkt, auf ein Unternehmen oder eine Marke aufmerksam zu machen.  Die „Gamifizierung“ von Arbeit und Kaufverhalten soll die Bekanntheit und Treue zu Produkten und Marken aufbauen. Bestenfalls erzeugt ein gutes Spiel virale Effekte, die jede Marke für sich nutzen kann.
Folgende Game-Mechaniken können dabei genutzt werden:

  • Punkte und Währungen als Belohnung, z.B. für das „einchecken“ mit Location Based Services
  • Ranglisten und Leaderboards, in denen die erfolgreichsten Spieler aufgelistet werden
  • Badges wie Abzeichen und Pokale, wenn bestimmte Zwischenziele erreicht wurden
  • Challenges und Missionen die bei einer bestimmten Punktzahl freigeschaltet werden
  • Level Ups  in höhere Levels und Stufen, die sich nach dem Punktekonto oder anderen Faktoren richten

Der bekannteste Einsatz von Gemification ist wohl der Onlinedienst Foursquare mit den Locations Based Services. Man erhält Punkte und Auszeichnungen wenn man sich an einem Ort eincheckt. Auch der spielerische Wettbewerb zwischen Freunden wird angeregt, da es eine Highscore-Liste gibt an der man sehen kann, wie oft ein Freund wo eingecheckt hat.

Auch Vodafone nutzt Gamification für sich. Mit BufferBusters, ein Augmented Reality Game geht der Gamer mithilfe des Smartphone- Apps auf Monsterjagt. Durch die Karte können virtuelle Monster geortet und gefangen werden. Diese können dann in Vodefone-Shops oder auf der Vodefone-Seite abgegeben werden, um die Punkte zu kassieren. Am Ende winkt den Ranglistenführern verschiedene Preise.


Doch was sind entscheidende Faktoren, damit solche Spiele erfolgreich sind? Unserer Meinung nach müssen folgende Kriterien bedacht werden:

  1. Reizvolle Herausforderungen, die langfristig erhalten werden können, z.B. durch neue Spiel-Aspekte und Abwechslung. Ist das Spiel zu einfach oder zu lieblos gestaltet, langweilt sich der User zu schnell.
  2. Das Spiel muss einen passenden Bezug zum Unternehmen, Website oder zur Facebook-Fanseite haben. Als positives Beispiel ist hier Nike zu nennen, die es geschafft haben das Thema „Laufen“ spielerisch zu inszenieren.
  3. Mehrwert für Nutzer generieren z.B. durch reale Belohnungen. Aber oft reicht auch der interne Wettbewerb  im Spiel oder virtuelle Auszeichnungen die den Spielern einen Mehrwert bietet.
  4. Der Nutzer darf nicht den Eindruck haben zu etwas gezwungen zu werden. Sonst ist er schneller wieder weg als man glaubt.
  5. Klare Regelwerke, die eindeutig beschreiben, wie das Spiel funktioniert und was man machen muss, um die Ziele zu erreichen.

Mit Gamification wird den Unternehmen, Marken und Produkten eine spannende Möglichkeit geboten Kunden zu gewinnen und zu binden. Trotz der Potentiale, die mit diesem Ansatz verbunden werden, gibt es schon Gegenwind. Einige kritisieren, dass die reine Freude am Spielen für dubiose Zwecke missbraucht wird.  Andere hingegen bemängeln die simplen Mechanismen solcher Spiele, die die „Magie“ von echten Spielen reduzieren.

Nichts desto trotz kann nur der Kunde entscheiden, ob er diese neue Möglichkeit des Marketings annimmt oder nicht. So wird die Zukunft zeigen, ob dieser Hype genauso schnell verschwindet wie 2nd Life oder ein integraler Bestandteil zukünftiger Marktkommunikation wird.

Weitere Informationen gibt es unter
intelligent-gamification.de