Bizarrer Trickfilm für die Kinder Japans. Fukushima hat nur Poo gemacht.

Im Trickfilm des japanischen Medienkünstlers Kazuhiko Hachiya wird den ganz Kleinen die Reaktorkatastrophe in Fukushima als Flatulenz-Problem des kleinen Nuclear-Boy nahe gebracht. Vor einem rosa Hintergrund versuchen Ärzte, die Verdauungsstörungen und ständigen Blähungen so gut wie möglich zu behandeln. Der Film wurde auf dem japanischen öffentlich-rechtlichen Sender NHK ausgestrahlt und spiegelt den aktuellen Umgang der japanischen Medien mit der nuklearen Katastrophe wider.

Der Blick der Japaner auf das Unglück und die drohende Gefahr unterscheidet sich deutlich von der westlichen Perspektive. Im Allgemeinen sind die japanischen Medien dazu übergegangen, wieder das normalen TV- und Nachrichtenprogramm zu zeigen. Sondersendungen wurden reduziert, man will Panik und die große Angst unter der Bevölkerung nicht weiter schüren. Während in Deutschland neben Lybien weiter ausführlich über Fukushima berichtet wird, verschwindet auch hier in Shanghai das Thema aus den Medien und aus dem Alltag. Auf den Info-Bildschirmen in der Metro und im TV begegnen mir immer seltener Bilder und Berichte über die Situation auf der Nachbarinsel. Tatsachen, die zur asiatischen Mentalität zu passen scheinen, der die westliche ‚Aufgeregtheit’ fremd ist. Ein seit 30 Jahren in Japan lebender Amerikaner hat die westlichen Medien sogar dazu aufgefordert, doch bitte weniger hysterisch zu berichten. Die Japaner würden die ausländische Berichterstattung durchaus wahrnehmen und sich noch mehr ängstigen. Stellt sich nur die Frage: Ist die bisherige westliche und damit auch deutsche Berichterstattung hysterisch oder nur realistisch?

Die angesprochene knapp 5-minütige Nuklearkunde für die Kinder Japans, lässt einen nur den Kopf schütteln.

Nuclear-Boy hat schreckliche Blähungen und hat bereits gepupst. Man riecht das auch in der näheren Umgebung. Würde er jetzt auch noch richtig kacken, wäre das Desaster perfekt. Nuclear-Boy ist schwer berüchtigt für seinen Durchfall. Um diesen Fall zu verhindern, setzen Ärzte alles daran Nuclear-Boy zu behandeln. Er bekommt mit Bor versetztes Wasser und braucht es immer schön kühl…

Macht euch selber ein Bild davon. Die Hintergrundmusik finde ich besonders interessant. Und Geschichtsstunde ist der Trickfilm für die Kinder gleichzeitig auch noch. Sie lernen auch Diarrhö-Tschernobyl-Boy und andere alte Bekannte kennen.

Bei Youtube wurde der Trickfilm in der Version mit englischen Untertiteln bereits über 1.500 000  Mal angeklickt.