Im Netz der Macht

Die Zeit der normalen Banküberfälle ist annährend vorbei. Cybercrime muss jetzt gestoppt werden, woran sich die Politik immer noch die Zähne ausbeißt. Hier und da mal wieder Probleme, ein Hackerangriff oder Ähnliches. Wenn wir mal ehrlich sind, stresst das Internet ganz schön, aber wir wollen doch alle irgendwie dabei sein – und letzten Endes müssen wir das auch. Nirgendwo sonst erfahren wir mehr aus der Welt. Was das Netz so alles bewirken kann haben wir in den letzten Wochen beobachten können.

Bei Guttenberg hats zum Teil die Masse gemacht und doch den armen Nicht-Doktor überrumpelt. Wiki und Co machten es möglich und schwups die wupps ist alles aufgeflogen. Das Netz verbindet und man kann kaum noch was verheimlichen. Ob es nun ein politischer Schachzug der Opposition war oder nicht ist ja vielmehr auch egal. Behalten wir hier mal bitte die Träne im Knopfloch. Brisanter war ja wohl noch Wikileaks. Geheime Dokumente wurden ans Tageslicht befördert – das Ein mal Eins wie man Staaten doch noch peinlich berühren kann. Aber nicht nur der von Interpol gesuchte Julian Assange lässt den Internet-Haussegen schief hängen.

Die Revolutionen kommen heutzutage aus dem Internet. Die Massen organisieren sich und stürzen ganze Regime. Tunesien, Ägypten und nun ist Libyen an der Reihe. Gaddafi hat Angst vor der Macht sozialer Netzwerke und lässt Facebook und Twitter überwachen. Auch das mobile Internet hat er abgesägt. Zumindest ist das nur bedingt bzw. zeitweise möglich. Es werden nun andere Strategien aufgelegt seitens der Rebellen, indem sich die Menschen auf Websites mobilisieren, die unverdächtig erscheinen, wie z. B. Partnervermittlungen.
Wer hätte vor drei Jahren noch vermutet, dass aus Twitter ein Gegenpol zu zensierten Medien entstehen kann. Andere Foren wie Youtube oder Flickr helfen natürlich beim Kampf um die Freiheit. Dass die Plattformen gescreent werden, wissen mittlerweile alle, aber das Netz ist ja bekanntlich schneller als man gucken kann.
Irgendwie kommt der wütende Mob doch zusammen und kann seine Mitläuferschaft erweitern sowie seinen Ärger Luft machen.

Daneben wird wieder heiß diskutiert um die Internetblase, in der wir uns befinden. Die Yahoo-Chefin Carol Bartz und auch Google-Chef Eric Schmidt mögen vielleicht Recht behalten. Dann ist Facebook nun doch nicht mehr seine rund 65 Milliarden US-Doller wert; Twitter kann nicht ganz so tief fallen, aber immerhin mit 7,7 Milliarden… Da fällt dir jedenfalls der Draht aus der Mütze. Google und Microsoft käbbeln sich mit an vorderster Front und bieten was das Zeug hält für vielversprechende Unternehmen.

Es brodelt jedenfalls im Karton. Hoffen wir, dass wir irgendwie schlauer geworden sind und die Macht nicht unterschätzen.