Was hat sich die Politik da wieder ausgedacht – digitales Radiergummi?

So verpuffen unsere Steuergelder. Die Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner stelle vor kurzem ihre neue Idee zu einem Programm vor, dass die Möglichkeit bieten soll, eingestellte  Fotos im Internet mit einem Verfallsdatum zu versehen. Dann werde das Foto mit Hilfe der Software X-pire unsichtbar.

Vor allem ist diese Funktion für soziale Netzwerke gedacht. Die Bilder werden durch die Software verschlüsselt. Im aktiven Zeitraum kann jeder das Foto sehen, wobei vom Anbieter-Server der Codeschlüssel im hinterlegten Zeitraum automatisch abgerufen wird. Nach Ablauf der Zeit wird der Codeschlüssel dann gelöscht und das Foto wird nicht mehr entschlüsselt. Nicht nur für Fotos ist das Programm geeignet. Demnach können alle Inhalte, die ins Netz gestellt werden, zuvor durch die Software laufen.

Ich seh den riesigen Datenwust schon vor mir. Und was ist, wenn das ganze System abschmiert? Bilder und Daten weg? Offenbar.

Vielleicht wünscht sich der eine oder andere ein peinliches Foto, das er in seiner stürmischen Jugend einst ins Netz stellte, loszuwerden, aber bekanntlich hat das Internet ein Hirn wie ein Elefant. Da macht der Kollege einen Screenshot und sichert sich den peinlichen Moment, um ihn im richtigen Moment wieder ins Netz zu werfen, wohl gemerkt unverschlüsselt.

Könnte das den überhaupt klappen? Immerhin bräuchten wir einen neuen Standard, da bisher die Software nur durch Firefox unterstützt wird. Und wie viele nutzen Firefox?

Ein automatischer Kopierschutz (Captures) soll die Scannung durch fremde Programme verhindern, aber jedes Mal muss derjenige, der sich die Bilder (oder auch Texte – und das macht es noch nerviger) ansehen will, zunächst eine Buchstabenkombination eingeben. Ich stelle mir das eher lästig vor. Vielleicht verleitet auch gerade das – und zack wird das Bild oder der Inhalt wohin kopiert.

Und wer würde dafür bezahlen? Vielleicht Firmen, die vorausschauend denken und Daten nur temporär zur Verfügung stellen wollen?

Schließlich muss sich doch Hinz und Kunz fragen, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt Bilder zukünftig zu löschen, oder ob es nicht doch gleich sinnvoll wäre, die Daten lieber nicht öffentlich zugänglich zu machen. Da beißt sich die Katze irgendwie in den Schwanz…