Wie Facebook Wirtschaftsspionage fördert und uns faul werden lässt.

Social Media Plattformen wie Facebook und Twitter sind einigen DAX Unternehmen neuerdings ein Dorn im Auge. Wer kennt das nicht – morgens am Arbeitsplatz neben eingegangenen E-Mails auch noch kurz den Facebook-Account checken oder einen kleinen Tweet absenden. Für Mitarbeiter von etlichen Unternehmen wie der Commerzbank, Porsche, Daimler oder VW sind Facebook und andere soziale Netzwerke in Zukunft am Arbeitsplatz nicht mehr zugänglich. Der Grund? – Angst vor Wirtschaftsspionage, Sicherheitsrisiken und sinkender Produktivität.

Wie in Testfällen nachgewiesen werden konnte, ist es kinderleicht sich über gefakte Facebook-Identitäten relevantes Informationsmaterial zu erschleichen. Sicherheitsrisiken werden somit als Hauptgrund für das aktuelle Durchgreifen geäußert. Ein anderer Grund ist aber mindestens genauso interessant: Facebook & Co hindern uns bei der Arbeit und senken unsere Produktivität. Mitarbeiter vetrödeln lieber ihre Zeit um Neuigkeiten mit Freunden auszutauschen, anstatt zu arbeiten. Für über 30% der befragten Unternehmen ist diese These Grund genug Social Media Angebote zu blockieren.

Neben den ‘Komplettverweigerern’ gibt es auch Firmen wie E.on oder Linde, die soziale Netzwerke wie Facebook und Youtube nicht komplett verbieten, sondern lediglich den Zugriff an einigen Standorten verhindern.

Sinnvoll oder eine Überreaktion? Ein gesundes Misstrauen gegenüber der Datensicherheit in sozialen Netzwerken ist angebracht, wenn nicht sogar ein absolutes Muss. Eine Sensibilisierung von Mitarbeitern ist nötig, denn Datenklau ist auch beim Login von zu Hause oder unterwegs natürlich nicht ausgeschlossen. Ein Verbot am Arbeitsplatz lässt die führenden Köpfe der Unternehmen also nur bedingt ruhig schlafen. Wenn Ihr Chef  Sie bei Facebook addet und nach vertraulichen Informationen fragt – sitzt dann am anderen Ende auch tatsächlich Ihr Chef? Nicht unbedingt. Alles schon passiert.

Auf jeden Fall kann ich Herrn Zuckerberg herzlich gratulieren. Nach dem Sicherheitsspezialisten Kaspersky haben Soziale Netzwerke, und somit vornämlich Facebook, die E-Mail als das Einfallstor No.1 für Viren und schädliche Software erfolgreich abgelöst.